Schreibrituale oder Meine geliebte Zettelwirtschaft

Für manche Autoren, sind Rituale beim Schreiben wichtig, man braucht Sie um den Anfang zu finden, manchmal nur für den Anfang der Geschichte manchmal für das tägliche Schreiben an sich.
Auch ich bin da keine Ausnahme. Ich habe auch ein paar dieser Angewohnheiten bzw. Rituale:
Wenn ich eine neue Geschichte beginne, kann ich mir die Notizen und Grundideen immer und überall machen. Aber, die Geschichte richtig ihren Anfang nehmen zu lassen, brauche ich entweder einen neuen Collegeblock oder eine neue Kladde und einen neuen Kugelschreiber, Druckbleistift oder Füller.
Habe ich dann erst einmal angefangen ist der Stift egal und sollte Kladde oder Block voll sein, schreibe ich auf allem weiter: Wobei ich die Geschichten inzwischen oft nur auf Papier anfange und dann am Rechner zu Ende bringe (natürlich wird der Anfang auch eingetippt). Aber beginnen tue ich immer noch zu 98% mit der Hand. Bisher habe ich es nicht geschafft am Rechner dieselbe Stimmung zu erschaffen, die ich brauche, um eine neue Geschichte zu beginnen. Ein neues Text-Dokument ist einfach nicht dasselbe, wie ein weißes Blatt Papier mit handgeschriebenen Worten zu füllen. Das ist ein ganz anderes Gefühl. Nicht so lebendig.
Darum habe ich auch immer eine Kladde in der Handtasche, manchmal auch mehrere, den jede Geschichte hat bei mir ein eigenes Notizbuch und es gibt immer die „Notfallkladde“, für Ideen die mich plötzlich treffen. In dieser werden neue Ideen festgehalten, bis ich wirklich Zeit habe mich damit zu befassen.
Was ich mache, wenn mir Sonntags oder nach Ladenschluss eine neue Geschichte einfällt? Auf meinem Schreibtisch liegt ein Vorrat Collegeblöcke und Kugelschreiber.🙂 Wenn ich dann zu schreiben begonnen habe, schreibe ich am liebsten bei Nacht und mit leiser Musik. Das sorgt für die beste Stimmung. Für manche Geschichten habe ich eine eigene Playlist oder sogar mehrere Playlists.
Für Edens Asche gibt es mehrere davon, für Mondschreie derzeit nur eine einzige.
Bin ich allerdings in einer Geschichte erst einmal richtig drin, so dass sich mich fesselt und die Charaktere lebendig sind, kann ich immer und überall schreiben. Ich brauche dazu weder besondere Ruhe noch eine besonders „romantische“ Atmosphäre. Meine Muse gehört eher zur unberechenbaren und unbeeinflussbaren, sturen Sorte.
Arbeite ich allerdings an einem kniffeligen Part, mag ich es trotzdem lieber ruhig um mich.
Ich muss aber nicht zwangsläufig alleine sein. Andere Personen um mich, stören mich nicht, solange sie einer eigenen Beschäftigung nachgehen. Manchmal ist es sogar ganz schön, diese Art stummer Gesellschaft zu haben. Es ist gemütlich und man kann dazwischen Reden und theoretisch vom anderen einen hilfreichen Schubser bekommen, wenn man fest sitzt.
Ich arbeite auch selten direkt am Schreibtisch. Am liebsten im Wohnzimmer auf dem Sofa, im Bett oder im Garten. Nur wenn ich meine Geschichten überarbeite oder Korrekturen einarbeite, mag ich es am Schreibtisch zu sitzen. Denn dann brauche ich Platz für meine Notizen und um mich auszubreiten.
Um meinen Laptop verteilen sich dann Kladde, Block, Stifte und Schmierzettel. So sehr ich auch an meinem Laptop hänge: Für Charakterprofile usw. verwende ich ebenfalls immer noch am liebsten Papier und Stift. Da ich diese immer irgendwie in jeder Handtasche unterbringen kann, so gehört bei mir zu jeder Geschichte, die einmal aus meiner Feder floss, eine gewisse Zettelwirtschaft.
Diese Zettelwirtschaft, hat System, auch wenn man das vielleicht nicht gleich erkennt. Und so unordentlich mein Arbeitsplatz manchmal aussehen mag, täuscht dieser Eindruck. Alles liegt genau da, wo ich es liegen haben will ^^.
Solange ich noch auf Papier schreibe, sind diese Zettel untrennbar mit der Kladde verbunden. Sie wandern dann nur in die zweite „Notizkladde“, wenn ich auf die Arbeit am Rechner umsteige. Karteikarten-Systeme oder Excel-Tabellen sind nichts für mich. Ich habe es versucht und so sehr ich sie für „normale“ Büroarbeit liebe, beim Schreiben kann ich damit nichts anfangen. Da brauche ich handgemalte, handgeschriebene, mit Farbstiften markierte „Krakeleien“.
Witzig, wie man erst bemerkt, was für Gewohnheiten und Rituale sich einfahren, wenn man so darüber nachdenkt. Hihi ^^
Aber der Mensch hat halt seine Gewohnheiten🙂
Das war er schon, der kleiner Ausblick auf meinen „Schreibtisch“.
Bis bald,
Moni

2 thoughts on “Schreibrituale oder Meine geliebte Zettelwirtschaft

  1. Faszinierende Einblicke, liebe Moni! Manches ist bei mir ähnlich, aber die individuellen Details und Bedürfnisse finde ich ganz besonders reizvoll.

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