Das Bildnis des Dorian Gray

Heute habe ich es endlich geschafft “Das Bildnis des Dorian Gray” zu sehen.
Ein Film auf den ich ewig gewartet habe, um es dann nicht ins Kino zu schaffen.
Aber zum Glück gibt es DVDs.
Die Geschichte von “Dorian Gray”, Oscar Wildes bekanntestem Protagonisten,
ist bekannt, aber ich fasse sie trotzdem im folgenden zusammen.
Der junge, schöne und naive Dorian kommt nach London um sein Erbe anzutreten.
Dorian ist liebreizend und wohltätig, wodurch er schnell sehr beliebt wird.

Bald lernt er den Künstler Basil kennen, der von Dorians Schönheit fasziniert ist und ein Gemälde des jungen Mannes anfertigt, das sein größtes Meisterwerk wird. Während der Entstehung freundet Dorian sich mit Basil an, aber auch mit dessen Bekannten Lord Henry. Lord Henry ist ebenfalls fasziniert von Dorian, aber er macht aus Dorian selbst sein Projekt und bemüht sich nach Kräften den jungen Mann zu verderben.
Was ihm schneller gelingt, als Basil glauben möchte.
Schnell äußert Dorian, sich nun seines guten Aussehens bewusst den Wunsch, das Gemälde von Basil möchte ihm das Altern abnehmen und er selbst für immer schön bleiben, wie sein Abbild. An Henrys Seite lernt Dorian zuerst sein Leben zu genießen, doch trotz tragischer Erfahrungen verliert Dorian jeglichen Sinn für Grenzen und aus Genuss, wird schnell Dekadenz, Verschwendung und Egoismus.
Vor allem als er bemerkt, dass sein Wunsch war geworden ist und nicht er, sondern das Gemälde die Folgen seines wüsten Lebenswandels zeigt.

Der Film hat nicht sehr viel mit dem berühmten Roman Oscar Wildes gemein, aber ist trotzdem keine schlechte Verfilmung. Die Charaktere sind gut getroffen und die bekannte spitze Feder Wildes blieb erhalten. Auch die Bildersprache des Filmes, hätte dem Autor glaube ich gefallen. Vielleicht sogar die Inszenierung, auch wenn diese nicht nur subtrahierte und straffte, sondern auch einiges addierte.
Vielleicht nicht der Geschmack eines jeden Wilde-Fans, aber mir persönlich hat die Umsetzung sehr gut.
Sie ist opulent und düster, sie ist elegant und spannend.

Ben Barnes, der Dorian darstellt, sieht vielleicht nicht so aus, wie ich mir Dorian Gray immer vorstellte, aber er hat den Charakter meiner Meinung nach gut eingefangen. Sowohl den unschuldigen, als auch den verdorbenen Dorian.
Und er ist wirklich nicht hässlich😉
Besonders gelungen finde ich Colin Firths Auftritt als Lord Henry. Colin Firth ist von je her ein großartiger Wilde Darsteller und die Rolle des Lord Henry steht ihm hervoragend.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich empfehle den Film jedem der düstere, historische Filme, mit tiefgründigen Charakteren und intelligenten Dialogen mag. Bei mir bekommt er auf einer Notenskala von 1-6 eine 2+.

Ein wenig Grundwissen am Schluss:

Über Oscar Wilde:
Oscar Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren.
Der Oxford Absolvent gehört bis heute zu den bekanntesten Autoren Großbritanniens. Große Beliebtheit schon zu Lebzeiten verschafften ihm seine Bühnenstücke, wie z.B. „Bunbury oder die Bedeutung Ernst zu sein“, „Lady Windermeres Fächer“ oder „Eine Frau ohne Bedeutung“, seine Sammlungen von Märchen und Erzählungen (z.B. „Der Glückliche Prinz und andere Märchen“, „Ein Granatapfelhaus“ oder „Lord Saviles Verbrechen und andere Erzählungen“.
Talentiert ist er aber auch als Poet. Bekannte Werke sind „Ravenna“, „Charmides“ oder, um das bekannteste Gedicht zu nennen: „Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading“.
Das berühmteste Werk Wildes, ist allerdings sein Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“, welcher 1891 erschien.
Leider wurde der begnadete Autor ein Opfer seiner viktorianischen Zeit und einer leidenschaftlichen Liebe. Oscar Wilde wurde vom Vater seines Geliebten Lord Alfred Douglas („Bosie“) wegen „homosexueller Vergehen” angeklagt und letzten Endes 1895 zur zweijährigen Haft im Gefängnis von Reading Goal verurteilt. Nach seiner Entlassung sollte das Leben Oscar Wildes nicht mehr lange währen. Die Haftstrafe und die Strafarbeiten hatten ihm zu sehr zugesetzt.
Er verstarb am 30. November 1900 in einem Pariser Hotel, wo er nach seiner Entlassung unter dem Pseudonym Sebastian Melmoth lebte.
Eine empfehlenswerte Homepage zum Leben und Werk Oscar Wildes ist
http://www.besuche-oscar-wilde.de

2 thoughts on “Das Bildnis des Dorian Gray

  1. Mir hat der Film auch sehr gut gefallen … ich erinnerte mich beim ansehen, wie ich selbst in jungen Jahren, durch philosophische Verführungen, die eine und andere “Sünde” beging.

    Literarisch interessant finde ich auch die angebliche Verbindung von Dorian Grey als real existierende Person zu den Borga`s und den Medici ….

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