Freunde – eine Edens Asche Kurzgeschichte

Zum ersten Adventwochenende gibt es ein besonderes Special – diese Kurzgeschichte ist von 2001 – sie ist ein Bonus zu Edens Asche, der entstand, als die Geschichte noch in ihrer ersten Version vorlag – ich glaube ich hatte gerade erst begonnen sie abzutippen, oder so …

Sie entstand im Rahmen einer Deutschaufgabe in der 13. Klasse BOS.

Die Vorgabe passte so perfekt zu Damian und der Beziehung zu seinen Freunden, dass mir diese Geschichte recht locker aus dem Handgelenk floss.

Bitte habt Verständnis, der Text ist sehr alt ca. 8 Jahre und wurde nie lektoriert oder großartig Korrektur gelesen (natürlich hat ihn damals ein Lehrer korrigiert, aber ich habe ihn danach noch abgetippt, nochmal überarbeitet etc und garantiert Fehler reingebaut, die mein Lehrer schon gestrichen hatte, weil ich den Satz umstellen wollte oder so… ^^)

Dieser Text ist aus meinem alten Blog, aber vielleicht möchten ihn ein paar von Euch nochmal lesen, oder andere ihn kennen lernen🙂

Hier ist das Ergebnis:

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Freunde

Sein Blick wanderte durch die Räumlichkeiten des überfüllten Nachtclubs und suchte die fröhlichen, vom Tanzen geröteten Gesichter der Menschen. Einer von ihnen würde heute Abend zum letzten Mal diese Fröhlichkeit erleben. Er wusste es genau, denn er würde derjenige sein, der dieses Leben beendete. Der Grund dafür? Der Traum der Menschheit: Die Unsterblichkeit. Doch noch hatte er sein Opfer nicht gewählt. Noch hatte er es nicht verspürt, das Gefühl das ihm verriet, wer diese Nacht sterben würde, das die Erregung und den Hunger zu einer infernalischen Flamme auflodern lies.
Damian biss sich auf die Unterlippe, schmeckte Blut als sich seine spitzen Eckzähne in die zarte Haut seiner blassen aber dennoch vollen Lippen bohrten. Ein melancholischer Zug lag darum, doch verhüllte dieser nicht, deren sinnlichen Schwung der fast schon feminin anmutete.
„Ist es das wert? Menschen zu töten, um dafür selbst ewig zu leben?“ fragte er sich, wie schon Tausende Male zuvor.
Doch beantwortete er sie nie, denn er fürchtete sich vor seiner Antwort. Er nahm einen Schluck aus dem Rotweinglas das er in seiner Hand hielt und griff nach seinen Zigaretten. Auch heute bedauerte er wieder, dass weder Alkohol noch Nikotin bei Vampiren ihre Wirkung nicht entfalteten. Der einzige Rausch der ihnen vergönnt war, war der des Blutes und des Geschlechtes. Er seufzte. Wieder wanderte sein Blick zur Tanzfläche.
Seine einzige Entschuldigung war vielleicht, dass er nie eine Wahl hatte. Zuerst Michelle, die ihn zu dem machte was er jetzt war, zu einem Geschöpf der Nacht. Trauer trat in seine dunkelblauen Augen als er sich an sie erinnerte und die kurze Zeit die ihnen nur zusammen vergönnt gewesen war. François hatte sie ermordet aus Wut weil sie ihn, ihren Schöpfer verlassen hatte. Danach hatte er begonnen Dam zu jagen und Kim, seinen Bruder, alles was er noch an Familie hatte und seine Freunde bedroht. Dam musste am Leben bleiben, sie beschützen. Er musste stark sein, für Kim und sie. Die ihn liebten und nicht verurteilten was er war. Er liebte sie und konnte sie nicht verlassen. Konnte ein Wesen wirklich schlecht sein, wenn es zur Liebe fähig war?
Er erinnerte sich an ein Gespräch, das er mit Daniel, seinem besten Freund, geführt hatte, als ihn wieder ihn einmal alte Verzweiflung, von der er glaubte sie schon längst überwunden zu haben, wieder überwältigte. Nach Joshuas Tod, war das sehr oft geschehen und in einer schwachen Nacht, hatte er nach dem Handy gegriffen und Danny angerufen.
„Gib nicht auf, Damian. Du musst Leben, für Kim du bist die einzige Familie die er noch hat, für Beatrice die du geschaffen hast, unser aller Freundin seit der Kinderzeit, um ihr Leben zu retten. War das eine schlechte Tat? Ist diese Macht nur böse? Sie würde es ohne dich nicht bewältigen. Für mich und Sophie, du bist unser bester Freund. Wir könnten es nicht ertragen, nach Stefan und Joanna, die dieser François auf dem Gewissen hat, noch einen Freund zu verlieren. Für Joshua, der dich liebte. Er würde nicht wollen, dass du aufgibst.
Du, Kim und Beatrice – ihr braucht einander wie das Blut, von dem du dich nun mal ernährst. Es liegt in deiner Natur, wie in meiner kleine kuschelige Kälbchen zu essen und glaub mir ich finde das schon fast schlimmer. Eure Opfer leiden wenigstens nicht. Wenn es stimmt was Kim mir erklärt hat damals als du es uns und ihm erzähltest empfinden sie bei ihrem Tod dieselbe Lust wie ihr. Sie sterben, in Lust. Außerdem gibt es sicher mehr böse Menschen, als böse Kälbchen.“
Danach war Daniel in Lachen ausgebrochen und hatte Damian einfach angesteckt mit seiner Lebensfreude. Es war ihm nicht vergönnt im Leiden zu verweilen. Jeden Tag wurde ihm von seinen Freunden und Kim gezeigt was das Leben lebenswert machte. Sie trieben ihn hinein ins Leben, bis er selbst wieder leben wollte und bemerkte, dass seine Reue weniger wurde. Dafür bewahrten sie ihm den wichtigsten Teil der menschlichen Seele. Die Fähigkeit, einen Menschen zu lieben.
Manchmal wollte etwas in ihm wieder versinken im Leid, doch dann blickte er in ihre Gesichter, spürte ihre Liebe und er begann wieder an sich zu arbeiten. Zuerst hatte etwas in ihm sich dagegen gewehrt. Doch nun … er wollte sie nicht mehr verlieren und verlassen. Er wollte dem Tod nicht mehr die Hand reichen zum letzten Reigen.
Nur noch ein Zwang griff in sein Leben ein. Der Dunkle. Die Begierde nach Blut. Sie trieb ihn jede Nacht hinaus, hielt ihn am Leben. Doch diese Begierde schenkte ihm auch das Zusammensein mit denen die er liebte.
Nein, Damian wollte die Frage wirklich nicht beantworten. Zwei Seiten bestimmten sein Leben. Die Dunkle und die Helle. Keine konnte die Überhand gewinnen, so dass es ihm bestimmt war im Zwielicht zu wandeln. So fürchtete er nur eines, den Tag an dem die Dunkle die Überhand gewinnen und er ihr vollkommen anheim fallen würde. Denn dann wäre die Schönheit seines Lebens dahin und er würde ein Monster werden, wie François es gewesen war. Träumend von der Liebe, aber nur fähig den Tod zu bringen.

Monika De Giorgi – München – Juni, 2001

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Soo, ich hoffe dieser Ausflug in meine Schreibvergangenheit hat Euch gefallen.

Liebe Grüße
Moni

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