Warum immer Englisch? (Oder: weshalb ich Originale bevorzuge)

Diese Frage bekomme ich öfter mal gestellt. Sie bezieht sich nicht etwa darauf, dass ich andauernd mit Anglizismen um mich werfe, sondern auf mein Faible englische Originale zu lesen und auch meist nur englische Hörbucher zu hören (und somit auch zu rezensieren).
Doch woher das kommt, ist gar nicht so schnell erklärt.
Ich habe schon vor Jahren begonnen englisch zu lesen. Noch während meiner Schulzeit. Ich pendelte damals, zwischen München und Rosenheim und habe in einem Buchladen am Münchner Hauptbahnhof eine Auswahl englischsprachiger Taschenbücher entdeckt, darunter auch einen Anne Rice Roman, den es bei uns (damals!) eindeutig noch nicht gab: „Vittorio the Vampire“. Kurzerhand, auf meine guten Englischnoten vertrauend, habe ich mir das Buch gekauft und es war gar nicht so schwer. Ich musste zwar erst lernen wirklich zu „lesen“, also nicht dauernd mit dem Englischlexikon bewaffnet zu sein, sondern üben aus dem Satz heraus zu verstehen, aber bald hatte ich Übung und das lesen machte genau so viel Spaß wie auf Deutsch. Eigentlich noch mehr: denn mit der Übung kam der Genuss die ursprünglichen Worte der Autorin auf Papier zu sehen und somit Feinsinnigkeiten und Wortspiele auf den Seiten zu finden, welche die Übersetzung so gar nicht vermitteln kann.
Englische Originale bieten mir aber noch weitere Vorteile, die mittlerweile nicht mehr missen möchte – Serien zu sammeln, die auf Deutsch nie fertig übersetzt wurden (z.B. die Merry Gentry–Series von Laurell K. Hamilton), ungeteilte Bände zu erhalten (Black Dagger-Reihe von J.R. Ward), die Möglichkeit Lesegenuss einigermaßen ungespoilert zu genießen (Harry Potter vs. Internet😉 ) und viele Buchreihen, die es gar nicht, oder erst viel später nach Deutschland schafften.
Inzwischen brauche ich auch kein Englischlexikon mehr, oder fast nicht mehr. Ich lese oft ganze Romane ohne auch nur ein Wort nachschlagen zu müssen. Englisch lesen und hören ist für mich nahezu kein Problem, mein schriftliches Englisch ist, denke ich, auch okay, (nicht zuletzt durch diese ständige Übung), nur sprechen sollte ich öfter.

Beim Thema verstehen, kommen wir nun zu den Hörbüchern: Ich liebe englische Hörbücher und ich habe auch schon richtige Lieblingsprecher/innen. Englische Hörbücher haben gegenüber den Deutschen meist den größten Vorteil überhaupt: Sie sind ungekürzt! Ungekürzt! Ich weiß nicht woher bei uns diese Unart kommt Hörbücher zu kürzen, ich jedenfalls finde sie ganz furchtbar. Ich habe es gelernt, englische Hörbücher schätzen zu lernen, als ich damals bei Audible Blackwood Farm von Anne Rice entdeckte. Mein Lieblingswerk der Autorin, ungekürzt von einem wunderbaren Sprecher in Szene gesetzt. Wieder Anne Rice – man erkennt ein Muster ^^. Ich war verzaubert. Mit meinem wachsenden Interesse an Hörbüchern, wuchs auch meine Verzweiflung auf der Suche nach ungekürztem Material und ich bemerkte schnell, dass die wenigsten Originale gekürzt umgesetzt werden. Ich wagte mich nach Blackwood Farm, also an weitere Werke heran und ich erkannte, dass ich mit den wenigsten Hörbüchern Verständnisprobleme habe – man muss sich ab und zu etwas an einen Sprecher gewöhnen, aber dann geht es eigentlich ebenso leicht, wie deutschen Hörbüchern zu lauschen.
Audible ist für mich hierbei unverzichtbar, weil ich die Hörbüchabos hierbei einfach praktisch finde. 9,95 € im Monat für ein Hörbuch und für jedes weitere Hörbuch ebenfalls 9,95 € – perfekt, bei meinem „Verbrauch“ – wenn man die CD Preise für gekürzte (oder auch ungekürzte) Werke betrachtet ist dies wirklich eine praktische Alternative. Auch ist bei den englischsprachigen Hörbüchern der der Vorteil, dass diese meist zeitgleich mit dem Erscheinungstermin des Romans in seinem Heimatland zu erhalten sind, also ohne lange auf die Übersetzung warten zu müssen. Hinzu kommt die Wonne seine Hörbuchbibliothek mit bei uns noch unveröffentlichten Autoren und Reihen zu würzen. Meine Lieblingshörbücher sind beispielsweise auf Deutsch gar nicht erhältlich.

Außerdem: Ich mag Englisch. Ich mochte diese Sprache schon immer und es war nie ein Fach, für das ich viel tun musste oder mit welchem ich Kämpfe ausfocht.
Für mich war Englisch immer leicht und eines meiner Lieblingsfächer – darum habe ich wohl auch keine Schwierigkeiten damit, mich mit englischsprachiger Literatur zu befassen – ich lese auch Klassiker, wie Shakespeare, Chaucer oder Byron im Original und liebe es.

Wer von Euch, hört auch gerne im Original? Was sind Eure Gründe, neben der Möglichkeit sich entspannt in einer Fremdsprache zu üben? Oder lest ihr nicht gerne im Original? Wenn ja, warum?

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