10 Bücher – viele Erinnerungen

Ich habe so viele Bücher gelesen, aber manche bleiben einem mehr in Erinnerung als andere, werden nicht nur einmal sondern vielleicht sogar mehr als ein Dutzend mal gelesen und wenn zu erklären versucht weshalb, fehlen einem die Worte, um etwas zu beschreiben, dessen Worte einen so sehr bewegt haben.

Aber die Worte stammen doch vom Autor – ja aber man trägt nicht den Autor mit sich rum, oder verbindet besondere Erinnerungen damit (jedenfalls meistens nicht😉 ), sondern mit den Büchern, den Geschichten die sie einem erzählen, den Bildern, die sie in einem wecken und den Gefühlen die man mit und für die Charaktere darin empfindet.

Ich habe beschlossen mich für 10 Bücher/Reihen zu entscheiden, die mir wichtig sind, wobei die Reihenfolge hier, nicht als Wertung gedacht ist, sondern einfach spontan kommt.

1) Der König von Assur – Jutta Ahrens:
Der König von Assur ist sicherlich das Buch, das ich am häufigsten in meinem Leben gelesen habe und bestimmt auch, beim ersten Lesen, am schnellsten von allen Büchern, wenn man die stattliche Seitenzahl betrachtet. Die Geschichte ist spannend, die Charaktere faszinierend (vor allem Asarhaddon, der Hauptcharakter) und ich finde den Weg, den er gehen muss, um endlich der sein zu können, der er gerne würde, um nicht mehr von der sich selbst auferlegten Maske in die Irre geführt zu werden, sehr packend.

2) Nachtmahr – Anne Rice
Dieses Band der Vampirchroniken, soll hier stellvertretend für die gesamte Reihe stehen. Diese Serie, hat mir wie keine andere gezeigt, dass Vampirliteratur, im selben Regal stehen kann wie die “Größen” der Literatur ohne den Namen Bram Stoker auf dem Einband zu tragen. Ihre Bücher sind für mich dir Innbegriff von “Gothic”-Literatur und von einer sprachlichen Schönheit und ergreifenden Atmosphäre, wie ich sie in keinem anderen Buch mehr gefunden habe.

3) Bille & Zottel – Tina Caspari
Bille & Zottel, war die Buchreihe, die aus mir einen Sammler machte und in mir die Liebe zum Lesen weckte. Darum sind sie mir so wichtig. Durch Bille und Zottel bzw. Tina Caspari, kam ich auch zum Schreiben. Ich wollte damals man eigenes Pferdebuch schreiben. Nun, es wurde nie fertig, aber ich besitze es noch, ebenso wie die Liebe zu Pferden und zu Büchern und wenn man mich in einen Pferdestall stellt, kann man mich für Stunden glücklich machen🙂

4) Die Nebel von Avalon – Marion Zimmer Bradley
Das Buch, hat mich einfach mitgerissen und fasziniert. Es hat viel in mir bewegt und neben der Erziehung meiner Mutter (von ihr habe ich auch das Buch bekommen) aus mir die Frau zu machen, die ich heute bin. Vielleicht klingt es seltsam, einem Buch so viel zuzuschreiben, aber man muss bedenken, dass es nicht nur das eine Werk von Marion Zimmer Bradley war, das sich in der “Familienbibliothek” befindet sondern ihre wichtigsten und man kann mit den Hauptdarstellerinnen der Bücher vieles lernen.

5) Merry Gentry Series – Laurell K. Hamilton
Diese Bücher, haben mich in dem Sinne beeinflusst, dass ich mir wünsche es ebenso wie diese Autorin spannende, knisternde Werke schaffen zu können, die erotisch sind, ohne plump zu sein, welche die Gefühle der Charaktere und ihre Entwicklung, nie dafür aufgeben, möglichst viel “Sex” an den Mann oder die Frau zu bringen, nur weil man “erotische Literatur” schreibt.
Ich liebe die Geschichte um Merry und ihre Sidhe, sie sind düster, sie sind sexy und sie erzählen eine spannende Geschichte. Die Reihe tanzt gekonnt auf dem schmalen Grat, wie es auch die Charaktere in ihren Abenteuern stetig tun – Leben oder Tod? Liebe oder Macht?

6) Die Kladde
Die Kladde ist kein Roman, sie ist Inspiration. Weiße Blätter die gefüllt werden wollen, die locken, sie mit Geschichten, Bildern und Erinnerungen zu füllen. Die Kladde ist der Ausgangspunkt, für Reisen in die Fantasie.

7) Das Bildnis des Dorian Gray – Oscar Wilde
Ein Buch der Bildsprache, der auf Papier gebannten Schönheit und Abgründigkeit.
Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Mehr gibt es nicht zu sagen. Erfahrt es selbst.
Das Bildnis ändert sich für jeden Leser🙂

8.) Teleny – Oscar Wilde
Teleny, was ist Teleny? Oscar Wilde? Teleny – Nie gehört? Ich habe meine Deutschlehrerin an der Berufsschule damit schockiert,
nachdem sie das Buch, aufgrund meines Oscar Wilde Referates kaufte. Nun ja. Es ist nichts für zarte Gemüter, denke ich.
Aber man sollte es lesen. Es war seiner Zeit voraus – im literarischen. Es hat einen Wert, der sich zwischen den Zeilen verbirgt und darum
hat es seinen Platz in meinem Bücherregal und der ist bei den Klassikern, auch wenn vielleicht einige sagen, da gehört es nicht hin.

9) Demian – Herman Hesse
Demian ist neben Narziss und Goldmund, eines meiner Lieblingsbücher von Hermann Hesse und ich möchte beide nicht in meinem Regal missen. Beide Bücher sind sehr symbolisch, bieten Raum für Interpretationen und können herrlich im Deutschuntericht zerlegt werden.
Aber das stellt für mich nicht ihren Wert dar. Der Wert erschließt sich darin, wie man sich fühlt, nachdem man sie gelesen hat.
Ein wenig traurig, ein wenig verloren, mit Bildern gefüllt und …?

10) Angel Sanctuary – Yuki Kaori
Das ist kein Buch, das ist ein Manga? Falsch.
Auch wenn es “nur” ein Comic ist, ist Angel Sanctuary tiefsinniger, komplizierter und ergreifender als mancher Roman. Die Charaktere sind geheimnisvoll und wunderbar vielschichtig. Man sollte sich die Arbeit machen, die Kunst dieser Mangaka zu genießen und ihre Geschichte zu lesen, wirklich zu lesen und hinter diese zu blicken. Man wird überrascht sein.

So das war der kleine Einblick in meine Regale. Was ich damit sagen wollte: Bücher sind nicht nur hübsch bedrucktes Papier mit bunten
Umschlägen, die sich wunderbar als Türstopper etc eigenen. Bücher sind eigene kleine Welten, Erfahrungen, Erinnerungen. Mit jedem Buch dort oben sind nicht nur die Geschichten zwischen den Seiten verbunden, sondern Erinnerungen an Dinge die ich erlebte, während ich diese Bücher gelesen habe. Da hat Cornelia Funke in Tintenherz ganz recht.

Vielleicht solltet ihr so einen Erinnerungsspeicher auch mal einen Ausflug aus dem Regal gönnen, in den Park, oder den Garten und vielleicht begegnet ihr einer besonderen Person durch dieses Buch, habt ein tolles Gespräch über diese Geschichte, oder ihr erlebt etwas schönes auf dem Weg zu Eurem Leseplatz. Und wenn ihr das Buch wieder aus dem Regal holt, werdet ihr Euch daran erinnern.

2 thoughts on “10 Bücher – viele Erinnerungen

  1. Jaaaa, Kaori Yuki ist toll!
    Viele halten Mangas ja für “Kinderkram” aber machen sich nicht mal die Mühe eines zu lesen.
    Was sage ich , LESEN? Schon die Zeichnungen sind für mich kleine Kunstwerke. Mit den Geschichten ist es wie mit den Filmen(Japan, Korea, China usw.), man muss sich darauf einlassen können und auch daran denken: -Andere Kulturen, andere Sitten-, wenn man das verstanden hat erschliesst sich einem eine neue, phantastische, andere Welt.
    Ok, jeder Mangaka hat einen anderen Stil, manchen mag man vielleicht vom zeichnerischen lieber der andere hat eben die bessere Story.
    Aber wenn Geschichte und Illustration (die vielen Details*schwärm*) so gut
    zusammenpasst wie bei Yuki kann man einfach nur begeistert sein.
    LG
    Carmen

    • Ja, Kaori Yuki ist meiner Meinung nach die allerbeste Mangaka. Durch Angel Sanctuary wurde meine Begeisterung für Manga wirklich geweckt und mit dieser Reihe habe ich wirklich zu Sammeln angefangen. Inzwischen ist meine Sammelleidenschaft wieder etwas eingeschlafen, aber sie begeistert mich noch immer.

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