Was fasziniert Dich so an homoerotischer Literatur? – Teil 1 (Leserfrage)

Die Leserfrage diese Woche kommt von Carmen D. Sie stellte mir die Frage:
Was fasziniert so an homoerotischer Literatur?
Eine Frage die mir schon öfter gestellt wurde und die ich bis heute nicht klar beantworten kann. Aber ich werde mich dieser Herausforderung stellen und versuchen dieser Faszination auf den Grund zu gehen.😉

Um mir das Ganze ein wenig leichter zu machen, teile ich die Frage in zwei Teile. ^^

Den ersten Teil beantworte ich heute – den anderen morgen.

„Was fasziniert Dich als Leserin an homoerotischer Literatur?“ wird Teil 1 und
„Weshalb schreibst Du homoerotische Literatur?“ wird Teil 2.

Hier nun zu Frage 1

„Was fasziniert Dich als Leserin an homoerotischer Literatur?“
Meine Faszination an homoerotischer Literatur wurde durch den Roman „Der König von Assur“ geweckt. Ich fand den Roman damals wirklich großartig und er gehört bis heute zu meinen Lieblingsbüchern, auch wenn es jetzt eine Weile her ist, dass ich das Buch in der Hand hatte.
Was aber fand ich an diesen Roman so toll? Hmmmm …
Zuerst natürlich Asarhaddon – er war einfach ein so ein charismatischer, vielschichtiger Charakter und von seiner Beschreibung her sehr sexy. Als sich abzeichnete, dass Asarhaddon sich dem Prinzen Sardur zugeneigt fühlt, wünschte ich mir einfach nur, dass er es schafft zu einen Gefühlen stehen zu können und es war sehr aufregend zu lesen wie die Beziehung der beiden sich entwickelt und aus sexueller Anziehung wirkliche Emotion wird.
Ich empfand es als spannender als eine „gewöhnliche“ Mann/Frau Beziehung und ich hatte keine „Berührungsängste“ mit dieser Art Roman. Klar, war ja auch das erste Mal, dass ich damals als Teeny eine homoerotische Geschichte las. Ich muss zugeben, ich fand es aufregend und ich war neugierig auf mehr solcher Bücher😉
Nach dem Lesen weiterer Romane aus dem homerotischen Genre musste ich feststellen, dass sie einen sehr, sehr großen Vorteil haben:
Keine nervige Heldin – in Büchern, mit der üblichen Frau/Mann-Besetzung ist einfach die Tendenz noch sehr groß, dass man auf eine Too-Stupid-to-live Heldin, oder eine dieser Chick-Lit-Heldinnen vorliegen hat oder am schlimmsten, eine Kombination aus beidem. Bei schwulen Romanen ist das nicht der Fall.
Wenn vom Autor oder der Autorin nicht der Fehler begangen wird, einen der Charaktere in eine untergeordnete, mit weiblichen Charakterzügen angehauchte, Rolle zu drängen, hat man also meist den Vorteil, zwei eher gleich starke, sich ergänzende Helden im Roman zu haben. Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind Alec und Seregil aus Lynn Flewellings Nightrunner-Series: Sie haben beide ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen – man erkennt die Tiefe ihrer Empfindungen füreinander sehr deutlich in der Art wie sie sich beschützen wollen, ohne dass einer der beiden in eine „unterlegene“ Rolle gedrängt wird. (Ich rede hier jetzt nicht von Positionen im Bett ^^).
Natürlich gibt es auch Geschichten in denen dies nicht der Fall ist – aber mit solchen Stories kann ich meist nichts anfangen. Kommt natürlich wieder auf die Handlung der Geschichte, die Hintergründe der agierenden Personen etc an.

Bei J.L. Langley, die ich ebenfalls sehr gerne lese ist eine etwas andere Rollenverteilung zu erkennen, aber trotzdem sind die Charaktere gleichberechtigt. J.L. Langleys Romane sind eher auf Erotik ausgerichtet und wirklich, wirklich sexy zu lesen. Was für mich daran sexy ist eine Geschichte über zwei Männer zu lesen (oder einen Film zu sehen)? Nun ich mag Männer und ich sehe schöne Männer gerne an😛. Man muss sagen, dass sich hier auch eindeutig meine oberflächliche Seite zeigt, die sagt: Zwei heiße Typen sind besser als einer. Miauuu =^.^=
Die Szene in Australia, als Hugh Jackman sich diesen Eimer Wasser über den Kopf schüttet z.B. ich würde in diesem Moment gerne mit den Seifenschaum tauschen und ich wette das geht nicht nur mir so. Und wenn man jetzt beispielsweise Hugh Jackman mit Robert Downey Jr., Jake Gyllenhall oder David Garret kombiniert (ja mir ist gerade nach oberflächlich) … das ist doch ein schönes Bild, oder😉 Das verdoppelt doch gleich die Attraktivität dieser Darstellung. Vielleicht noch ein schönes Setting drum herum, so zur Deko.😉 *Kichert diabolisch*

Kommt dazu noch eine spannende Handlung und eine knisternd erzählte Geschichte …. Perfekt! Aber da hängt nun der Haken – die Geschichte. Ich mag erotische Romane mit Handlung, einer guten Handlung und schön erzählten Geschichte und selbstbewussten, intelligenten Protas. Für mich, ob jetzt beim Schreiben oder beim Lesen geht es nicht darum möglichst viel, drastisch geschriebenen Sex auf kürzesten Weg an den Leser (egal welchen Geschlechts) zu bringen, sondern darum seine Fantasie zu erwecken. Er soll ruhig wissen, was passiert – aber er soll selbst mit in die Geschichte gezogen werden. Er soll sich vorstellen müssen, was passiert und schöne Bilder transportiert bekommen.

Aber inzwischen habe ich ein paar tolle Autoren und Autorinnen entdeckt: Josh Lanyon, J.L. Langley, Lynn Flewelling (Glimpses ist wirklich toll), um nur meine derzeitigen Favoriten zu nennen. J.L. ist von allen wahrscheinlich die am wenigsten „zarte“ – aber ich finde sie trotzdem sehr gut. Wahrscheinlich weil man bei ihr auch immer etwas zu lachen hat.
Auch hier lese ich bevorzugt englische Originale. Wie immer halt,🙂

Yaoi-Mangas lese ich auch, aber nicht mehr so viele. Auch hier zählt: Handlung please. Keine „No Text just Porn“-Stories.

Zusammenfassend kann man also sagen:

Die Faszination begründet sich in:
– Der meist gleichberechtigten Partnerschaft (in den Romanen die ich lese)
– Den sexy Hauptdarstellern
– Der Handlung der Geschichten

Ich hoffe ich habe damit die Frage ausreichend beantwortet und hoffe nicht allzu viele Leser verschreckt zu haben.😛

Alles Liebe – ich gehe jetzt von Hugh Jackman träumen.

:*
Moni

3 thoughts on “Was fasziniert Dich so an homoerotischer Literatur? – Teil 1 (Leserfrage)

  1. Wie kannst Du in deiner Aufzählung Johnny Depp vergessen!!!! (oberflächlich-Modus aus)

    Hmm, also vermutlich könnte man darüber auch ein Buch schreiben und jeder hätte eine andere Antwort dazu warum er solche Geschichten mag. Für mich habe ich immer noch keine endgültige Antwort gefunden. Mag sie einfach – BASTA!
    Ich lese auch Simon R. Beck und J. C. Skylark sehr gern.
    Irgendwie wecken diese Geschichten (m/m) in mir stärkere Emotionen als so einfach gestrickte Geschichten a la`- ” Mann rettet Frau aus misslicher Lage – Frau heiratet ihn, weil sie sich daraufhin urplötzlich in ihn verliebt hat.” Gähn! Sowas kommt mir nicht vor meine Lesebrille.
    Vermutlich ist das der Punkt! Kann ich mich in die Figuren hineinversetzen, verstehe ich ihr Verhalten oder möchte ich sogar eine dieser Figuren sein? Wenn ja, dann ist es das richtige Buch für mich, egal in welche Literaturrichtung es geht.
    PS:- ein tolles Buch ist auch “Ein Zuhause am Ende der Welt” von Michael Cunningham welches mit Colin Farrell schon verfilmt wurde. SUPER BUCH-und Film!
    LG
    Carmen

    • Ja, wahrscheinlich könnte man das wirklich, also ein Buch dazu schreiben🙂

      Johnny Depp mag ich sehr gerne, aber hier fand ich ihn gerade nicht in mein Bild passend ^^ hihi

      Hmmm … ich lese kaum mehr deutsche Autoren, eigentlich gar nicht …. wenn ich gerade so überlege …. ^^

  2. Pingback: Was fasziniert Dich so an homoerotischer Literatur? – Teil (Leserfrage) « ~ Favolas de Mezzanotte ~

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