“Fever”-Series – Karen Marie Moning (Rezension Buch)

Als ihre Schwester Alina ermordet wird, ist für Mac klar: Sie muss nach Irland reisen und etwas tun, um den Mörder zu finden. Auch wenn Mac nicht das Material ist, aus dem Ermittlerinnen mit Racheplänen geschmiedet sind: Sie ist blond, sie liebt Pink und ist eigentlich auch ziemlich oberflächlich. In Irland allerdings erfährt Mac, dass es eine Welt jenseits pinker ipods und schöner Kleidung gibt. Und zwar nicht der graue Alltag bestehend aus Arbeit und Sorgen, der jeden von uns heimsucht, sondern ein mörderisches Reich neben unserer Realität voll monströser Wesen, die ihre Bösartigkeit hinter betörender Schönheit verbergen können. Ein Reich, das droht in unsere Welt zu schwappen und sie zu vernichten. Eine Welt voller „Märchengestalten“ die nur wenige andere Menschen, sogenannte Sidhe-Seher wahrnehmen können.
Und auch unter ihnen ist MacKayla Lane etwas besonderes, denn sie kann das Sinsar Dubh, ein Buch voll finsterster Magie mit grausamen Eigenleben erspüren.
Und nur dieses Buch und andere magische Feengegenstände, die zu wahrzunehmen sie fähig ist, können genutzt werden, um diese Apokalypse für die Menschenwelt zu verhindern.
Der einzige der ihr Schutz in dieser grotesken neuen Realität bieten, die Umstände um Alinas Tod und die Zusammenhänge mit den Intrigen und Vorgängen im Reich der Sidhe aufzuklären ist Jericho Zigor Barrons, seines Zeichens Buchhändler (aber eigentlich viel mehr), Macho und Sammler schneller Wagen und seltener Gegenstände – doch auf welcher Seite steht er eigentlich?

Die „Fever“-Series von Karen Marie Moning sind etwas Besonderes. In einer Zeit in der Chick-Lit-Heldinnen und Helden mit dunklen Haar, magischen Fähigkeiten und mehr Männlichkeit (<-Doppelsinnig zu verstehen) als Verstand die Buchhandlungen überschwemmen sticht diese Reihe äußerst positiv heraus.
Die beiden Helden bleiben sich auf gewisse Weise sehr lange voneinander distanziert. Zwar kommt es durchaus zu erotischeren Begegnungen zwischen den beiden, doch Liebe und Romantik stehen bis spät in die Reihe hinten an. Auch die Erotik nimmt hier keinen Übermaß. Zu allererst ist die Reihe äußert düstere und durchaus auch blutige Urban-Fantasy.
Liegt wohl daran, dass ein Bild von Barrons, neben dem Wort Macho im Wörterbuch zu finden wäre und normalerweise könnte ich ihn sicher nicht ausstehen, doch er ist hier ein sehr authentischer Held der nicht durch einen Blick in Macs Augen (oder Ausschnitt) plötzlich den Softie in sich entdeckt, nein JZB bleibt ein unsympathischer Kerl mit mehr gutem Aussehen, als Zärtlichkeit in sich (und einem sehr, sehr, sehr versteckten guten Kern), aber er lässt Mac über sich hinauswachsen.
Ich liebe es, wie sie sich wandelt. Wie aus dem „Rainbow-Girl“ eine junge Frau mit Kampfgeist wird, die ihre Intelligenz nutzt und auch mal jemanden in „die Petunie“ tritt. Und Mac lässt sich Barrons Verhalten nicht bieten, ist auch keine „Too-Stupid-too-live“-Heldin – so entstehen herrliche Wortgefechte und Streitereien, in denen Mac nicht unbedingt den Kürzeren zieht und der Leser zwischen der atemraubenden Spannung auch mal Lachen darf.
Auch kann man ihre Neugierde zu Barrons Person durchaus nachvollziehen. Die Autorin behält sein Geheimnis geschickt im Verborgenen, streut nur hin- und wieder ein Puzzleteil in die Handlung ein, so dass man wie Mac nicht wirklich Vertrauen zu ihm fast, aber natürlich möchte man wissen wer er ist (WAS er ist). Und als positiver Punkt ist auch hier anzumerken, dass Mac ihm nicht einfach vertrauen muss (ob seines guten Aussehens, oder was auch immer), sondern durchaus Abstand hält und auf sich achtet. Sie weiß, die einzige Person auf die sie sich verlassen kann, ist sie selbst und vielleicht nicht einmal das. Soll sie Barrons Vertrauen, oder V’lane, der ihr … hilft (?) obwohl er ein Sidhe ist, oder den anderen Sidhe-Sehern – oder ihren eignen Weg gehen? Fragen die Mac für sich klären muss und zwar bevor es zu spät ist und die Zeit läuft ihr mit 7-Meilen-Stiefeln davon. Und nicht nur ihr – der Menschheit.
Die „Fever“-Series, sind eine Reihe in der man die Informationen mit der Heldin aus vielen verwirrenden Puzzleteilen langsam zusammensetzt und sich daraus ein Bild schafft. Die in Tagebuchform geschriebenen Kapitel lassen einen die Zeit vergessen und die bösen Sidhe, die dunkle Magie gepaart mit Intrigen und Geheimnissen lassen einen nicht mehr los. Man möchte nur lesen, lesen, lesen und die Bücher nicht mehr aus der Hand legen.
Ich empfehle die Reihe jedem, der gerne einen Ausflug in ein finsteres Reich mit untypischen „Helden“ machen möchte, in dem nichts so ist wie es scheint.
Beide Daumen hoch, von mir🙂 – sowohl für das englische Original, als auch die deutsche Übersetzung, auf der meine Rezi basiert.

Auf Deutsch sind bisher 4 Bände erschienen (für weitere Informationen, auf die Titel klicken):
Im Bann des Vampirs
Im Reich des Vampirs
Im Schatten dunkler Mächte
Gefangene der Dunkelheit

Die Reihe wird mit dem 5. Band abgeschlossen sein, das auf Englisch bereits unter dem Titel „Shadowfever“ erhältlich ist. Da ich aber erst bei Band 4 bin (sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch (ich habe bei dieser Serie ein sehr seltsames Lesesystem), kann ich dazu noch nicht viel sagen. Ich schaffe es nahezu mich von Spoilern fern zu halten – trotzdem vermute ich, dass die deutschen Vampirtitel von Band 1 und Band 2, keinen Sinn ergeben, da es sich nicht um Vampirromane handelt.

2 thoughts on ““Fever”-Series – Karen Marie Moning (Rezension Buch)

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