Mainstream Leser und stolz darauf ^^

Bei “Lesen beflügelt” habe ich heute einen tollen Eintrag entdeckt.
Und zwar zum Thema “Mainstream lesen”.

Ich musste mir das auch schon öfter anhören. “Liest Du immer nur diese Trivialliteratur?”, “Und welchen “Wert” hat dieses Buch?”, “Aaach das…” *abwertender Blick*.

Ja, ich lese Trivialliteratur. Was willst Du mir damit sagen “Trivialliteratur”? Dass ich zuerst lese um unterhalten zu werden und nicht wegen einer “Moral”, irgendwelchen tiefgründigen intellektuellen Aussagen, die dafür sorgen, dass der Autor von unzähligen Abiturienten gelesen werden muss, so dass er es in die Bestsellerliste schafft ….
Warum sollte ich mich durch solche Bücher quälen? Ich bin aus der Schule, ich muss mich durch keinen “Vorleser” mehr quälen um mir die Deutschnote nicht zu versauen. Ich habe es auch nicht nötig, diese Bücher zu lesen, um sagen zu können, ich habe sie gelesen. Ich stehe dazu, dass ich lieber einen “Mylady”-Roman von Cora, als Heinrich Böll in die Hand nehme, oder jede Seite von “Das Parfüm” hasste und es nur für die Schule gelesen habe und lieber zum unzähligsten Male “Der König von Assur” lese.
Was nicht heißt, dass ich nicht einmal einen echte Klassiker wie Oscar Wilde, Hermann Hesse, Goethe oder Shakespeare nicht zu würdigen weiß – die übrigens zu ihrer Zeit auch Mainstream waren liebe Leute.

Und wenn ein Buch mit dem Prädikat intellektuell wertvoll in die Bestsellerliste kommt, ist es dann nicht auch Mainstream? Ist somit nicht meine Vorliebe für “Haruki Murakami” auch “Mainstream”.
Immerhin verkauft es sich dann ja auch gut. Obwohl man nicht weiß, bei wie vielen Menschen das Buch als Deko im Regal steht.
Na, da verschlinge ich doch lieber zum 10. Mal meinen Harry Potter. Hihi. Oder auch Murakami🙂

Und wenn man von Mainstream redet:
Wer von denjenigen die meinte Vorliebe für “Paranormal Romance” und “Fantasy” als “Mainstream bezeichnen sollte vielleicht auch überlegen, dass ein “Genre” vielleicht “in” sein kann, aber deswegen der Inhalt der Bücher durchaus etwas Besonderes sein kann. Und dass sich zwischen den Seiten eines “Vampirromans” mehr wahrer Inhalt verbergen kann, als manchem scheinbar tiefgründigen Schicksalsroman (z.B. RTL2s Nachmittags-“Dokus” erzählen auch von Schicksalen😛 – die mag ich aber auch nicht).
Hauptsache man ist mit seinem Buch glücklich. ^^

Hiermit danke ich Myriel das Ihren Stempel mitnehmen durfte und drücke ihn mir gerne auf:

P.S. Ich schreibe auch gerne “Paranormal Romance” – und wenn ich damit auch im Mainstream bin, kann ich das nicht ändern. Ich schreibe was ich mag und zu was mich meine Muse führt. Ich liebe meine Vampire🙂

2 thoughts on “Mainstream Leser und stolz darauf ^^

  1. Thomas Mann arbeitete sich an den “Buddenbrooks” fünf Jahre ab, am “Zauberberg” noch länger, während Jason Dark seinen Geisterjäger “John Sinclair” wöchentlich raushaut. Literatur ist für mich keine Frage des Anspruchs, sondern der Mühe.
    Trivialliteratur schreit nach “Fantasy”, weil dort leichthin Probleme gelöst werden, die jemanden wie Friedrich Nietzsche, der darauf bestand, dass Gott tot ist, den Verstand kosteten.
    Trivialliteratur setzt Millionen um mit Lichtgestalten, welche dem Helden noch in ausweglosester Situation zu Hilfe eilen, während Friedrich Nietzsche seine Literatur im Eigenverlag herausbringen musste und das Lebenswerk von Thomas Mann sich in hundert Jahren nicht halb so gut verkaufte wie ein Band “Harry Potter”.
    Es ist okay. Wäre ich verantwortlich für die Vereinigten Staaten von Europa, wäre ich wohl dankbar für jeden Bürger, der arbeitet, isst und schläft. Trivialliteratur lässt dem Kaiser, was des Kaisers ist. Wahrscheinlich würde ich sogar Anweisung geben, eine Matrix aus Online-Fantasy zu schaffen, in welche die Bürger sich in ihrer Freizeit verlieren können, als starke Helden und als wunderschöne Liebende.
    Ja, vielleicht würde Kaiser Schlesinger die Literatur von Thomas Mann auch ins Feuer werfen lassen.

    • Wert der Literatur richtet sich bei mir an den Gefühlen die sie schafft in mir auszulösen und auch an Denkanstößen die sie mir gibt. Und dass ich Probleme in Fantasy immer leicht lösen oder Autoren in der Fantasy weniger hart arbeiten, weniger Arbeit mit Plotten oder ihren Charakteren verbringen möchte ich nicht sagen. Jason Dark arbeitet jeden Tag den vollen Stundentag eines Arbeiters, schreibt bis heute an der mechanischen Schreibmaschine weil er Rechner nicht mag und hält seine Fäden mit eiserner Disziplin bis heute zusammen – mit nicht mehr Gehalt als ein normaler Angstellter, weil er ohne seine Kunst nicht sein kann und will. Ich finde das bewundernswert. Er wird mehr gelesen, als mancher Bestsellerautor – aber vom Glanz einer J.K. Rowling hat er nichts.
      Ich denke Harry Potter versteckt viel mehr zwischen den Zeilen und Nietzsches Gedankengut, kann man sich meiner Meinung nach schenken … Das was ich vor dem Abi in Religion kennen gelernt habe, war übelste Menschenverachtung.
      Und wer weiß, ob Thomas Mann mit einem modernen Textverarbeitungsrechner noch 5 Jahre brauchen würde … Ich glaube nicht wirklich …

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