Poesie und Emotion

In „Poolys Kunst- und Schreibforum“ wurde die Frage an die dortigen Schreiberlinge gestellt, welches das poetischste Thema für sie sei.
Klick!
Das ist eine sehr spannende Frage, da sie sich von Autor zu Autor unterscheidet.
Für Edgar Alan Poe z.B. war es, wie Pooly ihn zitierte:
“Der Tod einer schönen Frau ist wahrlich das poetischste Thema der Welt.”

Für mich selbst, liegt die Poesie woanders:
Ich denke, das poetischste Thema für mich sind die menschlichen Emotionen, vor allem aber “Momente stummen Verstehens”, wenn für die Charaktere Worte unnötig sind, um zu erfassen was der andere empfindet, ihm sagen will, wird es für mich zur Herausforderung ihre Emotionen und Gedanken in ebensolche zu fassen. Wenn z.B. Damian und Jamie sich in die Augen blicken und plötzlich verstehen … sehen … erkennen. Wenn sie hinter die Äußerlichkeiten des anderen blicken, eine stumme Berührung mehr ist, als zufälliges Streifen der Hand des anderen, sondern eine Botschaft, wenn ein Lächeln nicht nur ein schöner Anblick ist und das Herz zum wahren Botschafter wird.
Dies ist jetzt ein positives Beispiel. Dies funktioniert natürlich auch anders.
Augen die sich verdunkeln, ein Lächeln das erstirbt – dies alles kann Worte überflüssig machen – jedenfalls im Dialog. Als Autor liebe ich solche Momente besonders. Ich mag es mit Worten zu spielen, zwischen den Zeilen zu transportieren, Symbole und Metaphern zu finden. Man muss vermitteln, was in den Charakteren vorgeht, ohne zu ausschweifend zu werden.
Die Zwiesprache der beiden muss die Intensität zwischen ihnen transportieren und darf deshalb nicht langweilig auf den Leser wirken.
Allerdings findet sich diese Poesie nicht nur in Momenten, in denen beide Charaktere zusammen sind.
Eigentlich sind Gefühle an sich es, die für mich die Poesie des Schreibens ausmachen und somit die poetischsten Momente ob als Autorin, oder als Leserin für mich bieten:

Kehrt man z.B. zurück zur Aussage Poes kann man sagen – was macht den Tod der jungen Frau so poetisch? Ihre Schönheit. Kalt gesagt, ist sie halt dann eine schöne Leiche. Ein toter Körper – zu Prosa/Lyrik wird das ganze erst wieder durch die Emotion:
-Trauer um die junge Tote?
-Unverständnis und Zorn über die fehlende Fairness eines unnötigen Todes?
-Hass auf einen eventuellen Mörder?
-Racheglüste?
-Verlust?
-Liebe?
-Verzweiflung über einen Suizid?
-Verzweiflung über eine Krankheit?
-Neid?
-Mordmotiv?
-Befriedigung über ihren Tod?
-Perversion?
Eine Tote – viele Gefühle – viele Geschichten. Was wirklich passiert ist? Viele Autoren können darauf viele Antworten geben und keine ist falsch. Aber das führt uns jetzt vom eigentlichen Thema weg.
Mein Fazit ist:
Einsamkeit und Sehnsucht, Liebe und Hass, Verlust und Freude, Zorn, Jubel – hinter diesen kleinen, kurzen Worten liegt so viel Tiefe, so viele Zeilen an die Geschichten und Gedichten, so viel Schicksal verborgen – sie können nichts anderes sein als tiefste Poesie – denn sie sind meiner Meinung die Essenz jeglicher Lyrik und Prosa.

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Hier nun auch mein Linktip für Autoren und solche die es werden wollen:
In Poolys Kunst und Schreibforum findet ein reger Austausch zu Schreiben, Literatur aber auch anderen künstlerischen Themen statt. Jedem der sich für diese Themen interessiert, gebe ich den Tip mal reinzuschnuppern. Ich treibe mich selbst ganz gerne dort herum und gebe auch hin- und wieder etwas von mir. ^^
Man findet dort viele Tips, Anregungen und Hilfestellungen für den täglichen Schreiberalltag und nette Freunde zum Austausch – ob nun über die Kunst, oder auch mal nur für einen Plausch zum Entspannen.

Hier geht es zum Forum:
http://www.poolys-forum.com

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