Scarlet & The White Wolf – Kirby Crow (Rezension Buch)

Scarlet & The White Wolf

Ein Sonnentag mit Scarlet & Liall

Scarlet, der reisende Hilurin-Händler ist nicht nirgends wirklich zuhause. Weder bei den Menschen, die ihn entweder wegen seiner Schönheit begehren, oder seiner Magie fürchten, noch bei Seinesgleichen, die für seine Rastlosigkeit und das ihm eigene, wilde Temperament kein Verständnis haben. Die Hilurin, ein altes, magisches Volk, mischen sich für gewöhnlich nicht unter die Menschen, sondern bleiben unter sich.
Trotzdem kehrt Scarlet immer gerne nachhause zu seiner ihn liebenden Familie bestehend aus Stiefmutter, Halbschwester und leiblichem Vater zurück. Aber lange hält er es nie aus, zu groß ist die Wanderlust in ihm.
Aber als sich Scarlet dieses Mal, nach kurzer Rast zuhause bei seiner Familie wieder auf Reisen machen will, muss er erfahren, dass der Bergpass, der aus dem Dorf auf die Handelsroute führt, von Banditen gehalten wird, die „Wegzoll“ für die Passage verlangen.
Der temperamentvolle Scarlet, hat aber keineswegs die Absicht diesen zu entrichten. Entschlossen den Banditen und ihrem Anführer Liall, dem „Wolf“ die Stirn zu bieten wirft er sich sein Markenzeichen, den roten Umhang um und macht sich auf den Weg. Bald treffen „Red Riding Hood“ und der „böse Wolf“ das erste Mal aufeinander. Doch kein Geld ist es, das Liall von Scarlet als Wegzoll fordert, sondern – Frechheit – einen Kuss. Scarlet ist empört und kehrt lieber Gift und Galle speiend in sein Dorf zurück, als nachzugeben.
Doch er gibt sich nicht geschlagen. Noch einige Listen versucht er, doch Liall geht immer als Sieger hervor und Scarlet kehrt unverrichteter Dinge nachhause zurück, wütend, aber – er muss zugeben, auch beeindruckt von Liall, der nicht so ungehobelt und unzivilisiert ist, wie der junge Hilurin ihn zuerst einschätzte.
Trotzdem: den Wegzoll gedenkt er nicht zu bezahlen.
Doch dann ändert sich alles: Die Menschen beginnen die Hilurin zu jagen und möchten sie mehr oder minder ausrotten und ausgerechnet Liall ist es, der Scarlet und auch dessen Schwester auf mehr als eine Weise das Leben rettet.
Und plötzlich muss Scarlet sich eingestehen, dass er den Wolf mit anderen Augen sieht und es ihm gar nicht mehr so schwer fallen würde Liall zu küssen.

„Scarlet & The White Wolf“ ist der erste Band einer Fantasy Reihe, der amerikanischen Autorin Kirby Crow. Die Geschichte um die beiden Helden Scarlet und Liall spielt in einer eigenen Fantasie-Welt, welche die Autorin schuf. Diese Welt scheint ab und zu nicht wirklich für den Leser ausgearbeitet. Manchmal hat man beim Lesen das Gefühl, als fehle einem ein Stück Vorgeschichte, da die Autorin schreibt, als sei dem Leser die Welt und ihre Geschichte genauso bekannt, wie ihr selbst – was natürlich nicht so ist. Dies wirkt an vereinzelten Stellen etwas störend, aber nicht so sehr, als dass es den Lesefluss wirklich negativ beeinflusst. Man stutzt kurz, hat ein Fragezeichen in der imaginären Gedankenblase, liest aber dann einfach weiter, da für die Geschichte die politischen Hintergründe zwar wichtig sind, aber man trotzdem versteht, was vor sich geht.
Umso mehr erfährt man dafür über Scarlett & Liall. Die beiden werden sehr gut beschrieben, mit all ihren Ecken und Kanten, ohne zu viel über ihre Geheimnisse zu verraten. Dadurch und die einfühlsame Schreibweise der Autorin hat man das Gefühl, sie während der Geschichte kennen zu lernen, wie neue Freunde.
Deshalb konnte man sich in beide gut hinein versetzen, ihre Gedankengänge und Handlungen nachvollziehen, so dass ich mich wirklich um die beiden sorgte war, und für beide hoffte, dass sie schließlich zusammen finden.
Kurz: Das Buch ist eine gefühlvolle, spannende Geschichte, die ich in einem Rutsch gelesen habe und jeder Fan homoerotischer Fantasy, der Wert darauf legt, dass die Charaktere und ihre Geschichte im Vordergrund stehen ist hier richtig beraten.
Wer eine erotische Geschichte sucht, dem rate ich eher zu anderen Werken, denn auf diesem Gebiet, wird zumindest in diesem Band noch nichts geboten. Die Entwicklung der Freundschaft/Beziehung der beiden Charaktere steht hier im Vordergrund.
Was mich aber nicht enttäuscht hat, denn ich fand ein fesselndes, schönes Fantasymärchen mit Gefühl, das mich ganz hibbelig auf die nächsten Bände machte, die ich hier noch vorstellen werde.

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