Männer al dente (Rezension Film)

Tommaso ist der Sohn eines italienischen Nudelfabrikanten der mit seinem älteren Bruder in die Firma einsteigen soll. Doch leider hat der junge Spross des Hauses eigentlich keinerlei Interesse Geschäftsführer einer Nudelfabrik zu sein. Er möchte Bücher schreiben und mit seinem Freund in Rom ein glückliches Leben aufbauen. Deshalb vertraut er sich dem älteren Bruder an.
Doch am Abend des Familientreffens kommt es ganz anders: Statt sein Coming Out hinter sich zu bringen und aus dem Haus geworfen zu werden, wie er es plante, outet sich der ältere Bruder Antonio. Der Schock einen schwulen Erben zu haben löst beim Vater einen Herzinfarkt aus und verständlicherweise traut Tommaso sich nun nicht mehr zu verkünden ebenfalls schwul zu sein aus Angst den Papa ins Grab zu bringen.
Mit der Tochter eines Geschäftspartners, Alma, schickt er sich an das ungeliebte Erbe anzutreten und findet in ihr eine Freundin, aber leider keine Zukünftige, wie es sich seine Eltern wünschen.
Doch er bemüht sich seine Eltern glücklich zu machen und sich selbst zurück zu stellen. Ganz braver Sohn.
Doch dann kommt sein Freund aus Rom, in seinem Schlepptau ein Trupp Freunde die nicht wirklich der dem typisch italienischen Männerbild entsprechen.😛
Die reizenden jungen Männer mischen die eh schon schräge Familie gehörig auf: Das Tantchen mit dem Hang zum Alkohol und der Sehnsucht nach eine Mann in ihrem Bett, die Oma die ihrer verlorenen Liebe nachträumt und mehr weiß, als sie zugibt, die unterschätzte Schwester mit den dümmlichen Ehemann und die Eltern die lernen müssen im 21. Jahrhundert anzukommen.
Und Tommaso? Tommaso muss lernen wieder auf sein Herz zu hören, vielleicht kann sein Freund Marco ihm dabei helfen und er dadurch der Freundin Alma die sich selbst verloren hat.

„Männer al dente“ ist ein italienischer Film und erfüllt von italienischem Humor und abgedrehten Charakteren, manche sympathisch, manche regelrecht liebenswert, andere undurchschaubar, manche unfreiwillig (?) komisch und wieder andere kann man nicht leiden – aber sie alle fesseln eine an den TV. Durch ihre Geschichten, ihre Art und ihre Handlungen – man möchte mehr über sie erfahren.
Besonders gerne mag ich Tommasos Freundin Alma und seine Nonna. Die beiden Frauen sind geheimnisvoll und sehr interessant. Ich habe gemerkt, dass ich die ganze Zeit mehr über sie wissen wollte und gespannt war, wohin sie die Geschichte des Films noch führt. Dabei geht es ja eigentlich um Tommaso. Tommaso ist ein sehr süßer und netter Charakter (gespielt von einem irgendwie hübschen Schauspieler *Kichert*). Man verstand seine Gefühle und Beweggründe – sein Bemühen ein guter Sohn zu sein, doch auch sein eigenes Leben führen zu wollen. Er liebt seine Familie und will für sie da sein – egal wie nervig sie auch sein mögen. Aber er ist ein so ruhiger Mensch, dass er in der Fülle temperamentvoller Familienmitglieder gerne untergeht. Aber genau hier setzt die Geschichte an. Mit Tommaso durchlebt man den Film und man erfährt wie er anfängt sich zu befreien, für sich zu sprechen und sich selbst wichtig zu nehmen. Man bemerkt, wie er durch seine lebenslustigen Freunde wachgerüttelt wird und mit Hilfe seines Freundes Marco und seiner Freundin Alma im Rücken endlich den Mut findet er selbst zu sein.
Auch wenn man sich wünschte, dass Tommaso etwas mehr Geltung und Handlungsraum bekommt ist es doch ein durchweg schöner und unterhaltsamer Film, der einem das Herz wärmt und mit einem guten Gefühl zurück lässt. Und der Humor kommt nebenbei wirklich nicht zu kurz. Man wird mehr als einmal herzlich Lachen.
Für mich persönlich war ein Highlight, dass der Film an Orten spielte, die ich kenne. In der Nähe der Spielorte ist mein Vater geboren und es war schön diese Plätze, wenn auch „nur“ im TV wieder zu sehen. Ich bekam richtig Lust die Koffer zu packen und ein wenig in die Sonne zu reisen.
Ich empfehle den Film allen die gerne eine kleine Reise nach Italien unternehmen wollen und mit einem süßen und witzigen Film einen entspannten Sommerabend verbringen möchten. Italienisches Essen bestellen, Kerzen anzünden und genießen.
Danke lieber T. für die Empfehlung!

Für alle die neugierig geworden sind, hier geht es zur DVD: Männer al dente<-Klick!

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