Peterchens Mondfahrt – Gerdt von Bassewitz (Rezension Hörspiel)

Der arme Maikäfer Sumsemann hat nur 5 Beinchen – das tragische Schicksal der Sumsemänner, seit vor vielen Generationen ein Vorfahr des Käfers sein Beinchen durch einen bösen Holzfäller verlor. Dieser wurde für sein Vergehen am heiligen Sonntag Holz zu machen von der Nachtfee auf den Mond verbannt und mit ihm und seinem gefällten Baum das abgehackte Maikäferbeinchen.
Der Nachtfee tat ihr Versehen leid, so gab sie den Sumsemännern eine Chance ihr Beinchen zurück zu gewinnen. Wenn es einem von ihnen gelänge zwei brave Kinder zu finden, die nie einem Tier etwas Zuleide taten, würden diese mit diesem Maikäfer zum Mond fliegen können und für ihn das Beinchen zurück gewinnen. In einer Nacht trifft Sumsemann auf Peterchen und Anneliese – sie scheinen die Kinder zu sein, nach denen er so lange suchte und die beiden sind gewillt ihm zu helfen. So bringt er den beiden das Fliegen bei und gemeinsam machen sie sich auf die lange Reise zum Mond. Unterwegs treffen sie die Naturgeister, welche ihnen helfen wollen. Wird es ihnen, mit Hilfe der guten Geister, am Ende gelingen Sumsemanns Bein vom bösen Mann im Mond zurück zu holen?

Die Geschichte von „Peterchens Mondfahrt“ erinnerte ich mich nur verschwommen aus der Kindheit, darum war ich sehr gespannt auf das Hörspiel. Als Erwachsene habe ich aber wohl einen etwas anderen Blick für Geschichten entwickelt, so dass es mir am Anfang schwer fiel mich mit der Geschichte anzufreunden. Nicht weil sie mir zu kindlich gewesen wäre, sondern weil mir bestimmte Punkte einfach negativ aufstießen: Warum heißt die Geschichte „Peterchens Mondfahrt“, wenn doch beide Geschwister gleichen Anteil an der Rettung des Beinchens haben – weshalb wird Anneliese so in den Hintergrund gestellt – weil sie ein Mädchen ist? Dass Peterchen die kleine Schwester herablassend behandelt, nun so sind Geschwister, aber vom Autor könnte sie etwas mehr Beachtung finden. Hier musste ich mir vor Augen halten WANN die Geschichte entstand – damals wurde Gleichberechtigung noch nicht so groß geschrieben.
Dafür werden natürlich andere, sehr wichtige Punkte vermittelt: Dass man Tieren nicht weh tun darf, dass man schwächeren, ängstlicheren Personen/Wesen zur Seite stehen soll.
Hier kommt die Ex-Kinderpflegerin wohl wieder in mir durch.😉 Dann aber habe ich beschlossen, einfach mal nur zu lauschen und mich auf die Fantasiereise einzulassen. So konnte ich mich auf die Inszenierung des Hörspieles konzentrieren. Diese ist wunderschön. Tolle Sprecher die Emotionen vermitteln und eine traumhafte musikalische Untermalung lassen die Geschichte wirklich im Ohr lebendig werden, so dass man alles richtig vor sich sieht. Die nostaligische Sprache wirkt nie künstlich oder aufgesetzt, sondern ist ein Teil der Figuren, was sehr dazu beitrug, dass man in der Geschichte verweilen konnte. Auch fand ich es herrlich, wie kreativ die diversen Naturgeister und ihre Charaktere umgesetzt wurden. Diese werden Kindern sicherlich Spaß machen. Auch die Lieder in der Geschichte und der Maikäfertanz, usw, laden sicher während des Hörens zum mitsingen und mitmachen ein.
Leider hat die Geschichte an sich, also „Peterchens Mondfahrt“ meinen Geschmack nicht wirklich getroffen. Auch wenn ich märchenhafte, fantastische Geschichten eigentlich sehr gerne mag. Für Freunde von „Peterchens Mondfahrt“ ist dies aber eine wunderschöne CD und Kinder die viel vorgelesen bekommen und/oder deren Eltern sich die Zeit nehmen, die etwas anspruchsvollere Sprache des Hörspieles mit den Kindern zu erfassen, werden sicherlich Freude daran haben.
Allerdings sollte man sich Zeit nehmen, mit den Kindern über die Geschichte zu sprechen und eventuell bestimmte Punkte zu erörtern (z.B. Annelieses Rolle, dass der Nikolaus niemanden mit der Rute haut etc.)
Trotzdem: Für Kinder ab Kindergartenalter ist das Hörspiel sicherlich gut geeignet.

Hier geht es zum Hörspiel bei Titania Medien: Peterchens Mondfahrt<-Klick!

1CD, ca. 86 Minuten
Verlag: Titania Medien
ISBN 978-3-7857-4145-0

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