Leser und Autor, Autor und Leser

In Poolys Forum, wurde im Bereich für Schreiber die Frage aufgeworfen, ob man während des Schreibens schon seinen Leser im Kopf hat, oder ob dieser im Schreibprozess noch keine wirkliche Rolle spielt.
Darüber habe ich mir schön öfter Gedanken gemacht und meine lieben Leser, ich muss zugeben, so wichtig ihr mir seid, während des Schreibens denke ich hauptsächlich an meine Geschichte, meine Charaktere, ihre Geschichte und daran wie es weiter geht, weniger an Euch.
Klingt jetzt eher gemein nicht wahr – aber das heißt nicht, dass ich auf Euch keinen Wert lege, es ist so:

Wenn ich schreibe, dann schreibe ich, um der Geschichte willen, um des Erzählens willen, nicht für den Leser. Ich bin dann zuerst Schreiber. Der Leser kommt erst beim Überarbeiten ins Spiel – zuerst wird aufgeschrieben – sonst verliere ich über das Handwerk, das Gefühl und die Muse und das würde auf Kosten der Geschichte gehen, was wohl auch nicht im Sinne des Leser wäre. Er will ja eine Geschichte lesen die echt und wie in einem Stück aus der Feder geflossen wirkt.
Man darf nicht vergessen, dass Schreiben immer zuerst Kunst ist und dann erst Handwerk – so empfinde ich es jedenfalls. Es gibt wunderbare Autoren, die mit z.B. Dyslexie kämpfen, was sich aber nicht auf die Qualität ihrer Werke auswirkt. Laurell K. Hamilton hat mehrere Bestseller geschrieben.
Klar wirkt es sich das eventuell auf die Verkaufszahlen aus, wenn ich meine Projekte nicht nur am Leser ausrichte, aber nun ja … damit muss ich wohl leben und außerdem kann man es so oder so nicht jedem recht machen. Da würde man sich nur zermürben.🙂
Ein Beispiel: Würde ich mich nach Leserwünschen richten, würde ich z.B. auf irgendeine, geheimnisvolle Weise Joshua wieder zum Leben erwecken, doch wie konstruiert und unnatürlich würde das wirken? Das würde mir doch niemand abnehmen inkl. mir selbst und das wäre … nun … für mich nicht schön und für den Leser auch nicht – da muss man wirklich nicht lange nachdenken und trotzdem höre ich immer noch: Hol Joshua zurück….
Außerdem: Es bedeutet nicht, dass ich überhaupt kein offenes Ohr für Euch habe. Anmerkungen, Wünsche und auch Kritik (solange sie sachlich und höflich bleibt) sind immer willkommen und ich nehme sie auch ernst und mir zu Herzen. In der Überarbeitungs- und Lektoratsphase werden diese alle zu Rate gezogen (so weit umsetzbar, praktikabel, richtig etc).
Und Eure Fragen beantworte ich immer, manchmal im Blog, manchmal gleich per E-Mail, oder bei Lesungen vor Ort – außer ich entschließe mich zu einem Thema nichts zu sagen (wie die Fragen derer, die mich über den Fortlauf meiner Geschichten ausquetschen wollen tsk tsk tsk *Kopfschüttel* hihi)

So meine Lieben – spannendes Thema nicht wahr? Schaut in Poolys Forum vorbei, da gibt es noch viele interessante Threads.🙂
Ich denke oft, immer und häufig an Euch liebe Leser, aber halt nicht beim Schreiben selbst🙂

One thought on “Leser und Autor, Autor und Leser

  1. Das Schlimme ist, dass man an jeden Leser denken müsste und das ist nunmal nicht realisierbar ohne die Geschichte ad absurdum zu führen. Trotzdem erwischt man sich grade bei Storywendungen immer wieder, dass man sich doch überlegt, wie ein “Musterleser” reagieren würde.

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